CareTable – die digitale Innovation für Pflegeeinrichtungen

Manchmal führt der Weg zum Erfolg nicht geradeaus. Das wissen Tobias Jecht und Christoph Schneeweiß aus eigener Erfahrung. Als sie ihr Unternehmen 2019 in Dessau-Roßlau gründeten, hatten sie zunächst eine ganz andere Geschäftsidee: Mit ihrem Unternehmen wollten sie IT-Dienstleistungen für Pflegeeinrichtungen anbieten. Doch das Konzept funktionierte nicht wie erhofft. Aufgeben kam für die beiden trotzdem nicht infrage.

Stattdessen entstand aus ihren Erfahrungen in den Pflegeeinrichtungen eine neue Idee: der CareTable. Mit einer Vielzahl an digitalen Angeboten bringt der Aktivitätstisch mehr Abwechslung in den Alltag älterer Menschen. Zum Einsatz kommt er bereits in mehr als 1.500 Einrichtungen, was zeigt, wie aus einer guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen mit Wirkung weit über die Region hinaus entstehen kann.

Eine Idee aus der Praxis

Bei ihren Besuchen in Pflegeeinrichtungen fiel den Gründern immer wieder etwas auf: Viele ältere Menschen sitzen wenig beschäftigt beieinander, es fehlt an Austausch und gemeinsamen Aktivitäten. Gleichzeitig stehen Betreuungskräfte vor der Herausforderung, unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner miteinander zu verbinden.

„Da haben wir uns gefragt: Wie kann man ein bisschen mehr Spaß in eine Pflegeeinrichtung bringen und gleichzeitig die Betreuung der älteren Menschen vereinfachen?“, erinnert sich Tobias Jecht.

Die Antwort darauf wurde der CareTable – ein digitaler Aktivitätstisch, der speziell für den Einsatz in der Altenhilfe entwickelt wurde. Mit Spielen, Bildern, Musik und vielen weiteren Anwendungen schafft er Beschäftigungsangebote, fördert gemeinschaftliche Aktivitäten und unterstützt zugleich die Betreuungskräfte in ihrem Arbeitsalltag.

Gründen und wachsen in Dessau-Roßlau

Für Christoph Schneeweiß stand schon früh fest, dass er einmal etwas Eigenes aufbauen möchte. Und auch der Standort dafür lag nahe: Seine Familie lebt bereits seit Generationen in Dessau-Roßlau.

Doch nicht nur die persönliche Verbundenheit sprach für die Stadt. Gerade in der Anfangsphase erwiesen sich die Rahmenbedingungen als Vorteil. Bezahlbare Gewerbeflächen ermöglichten es dem jungen Unternehmen, ausreichend Platz für Büros, Lager und Produktion zu schaffen. Gleichzeitig befinden sich viele Zulieferer in unmittelbarer Nähe. Wird beispielsweise kurzfristig etwas aus der Tischlerei benötigt, sind die Wege kurz.

Hinzu kam die Unterstützung in der Gründungsphase. Förderprogramme halfen unter anderem dabei, die ersten Mitarbeiter einzustellen. Eine Unterstützung, die für die beiden Gründer einen wichtigen Unterschied machte. Denn, so betont Tobias Jecht: In der ersten Zeit gehe es bei einer Gründung nicht darum, Gewinne zu maximieren, sondern zunächst einmal darum, das Unternehmen erfolgreich aufzubauen.

Vom Gründerpreis zum etablierten Unternehmen

Ein besonderer Meilenstein auf diesem Weg war der Gründerpreis der Stadt Dessau-Roßlau. Tobias Jecht und Christoph Schneeweiß wurden mit dem 1. Platz ausgezeichnet – zu einem Zeitpunkt, an den sie sich bis heute gut erinnern.

„Das Timing war super spannend. Das war wirklich genau diese Phase, in der man gemerkt hat: Jetzt geht’s los.“

Die Auszeichnung war damit nicht nur eine Anerkennung ihrer bisherigen Arbeit, sondern fiel genau in die Phase, in der CareTable begann, deutlich an Fahrt aufzunehmen.

Seitdem hat sich viel getan: Heute kommt der CareTable nach Angaben der Gründer in über 1.500 Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland zum Einsatz. Aus den beiden Gründern ist ein Team von knapp 20 Mitarbeitenden geworden, das den Aktivitätstisch kontinuierlich weiterentwickelt und daran arbeitet, noch mehr Pflegeeinrichtungen zu erreichen.

Was mit einer Geschäftsidee begann, die zunächst nicht funktionierte, ist so zu einer echten Dessauer Erfolgsgeschichte geworden.

Einfach mal etwas wagen

Ihre eigenen Erfahrungen möchten Tobias Jecht und Christoph Schneeweiß auch anderen mit auf den Weg geben. Vor allem junge Menschen ermutigen sie dazu, eine eigene Idee nicht vorschnell beiseitezuschieben und den Schritt in die Selbstständigkeit zumindest in Betracht zu ziehen.

„Einfach mal was wagen“, lautet ihr Rat. Denn eine Gründung muss nicht vom ersten Tag an nach Plan verlaufen – manchmal entsteht gerade aus einem Umweg die Idee, die am Ende den Unterschied macht.